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Fachartikel

Was ist Vendor-Konsolidierung und wie geht man sie an?

Die meisten Organisationen bezahlen für mehr als 150 Software-Abonnements. Vendor-Konsolidierung – das bewusste Reduzieren der Anzahl Lieferanten – ist der effektivste Weg, Kosten zu sparen und den Überblick zurückzugewinnen.

  • 1. November 2024
  • 5 Min.

Vendor-Konsolidierung ist die Strategie, bei der Organisationen bewusst die Anzahl der Softwarelieferanten reduzieren. Anstatt für jede Funktion ein eigenes Tool zu verwenden, wird auf eine begrenzte Anzahl bevorzugter Anbieter gesetzt, die mehrere Bedürfnisse abdecken.

Warum Vendor-Konsolidierung?

Eine durchschnittliche mittelgrosse Organisation bezahlt für über 150 verschiedene SaaS-Tools, jedes mit eigenem Vertrag, Rechnungszyklus, Administrator und Verlängerungsdatum. Die Kosten sind zersplittert, der Überblick fehlt, und die Verhandlungspositionen sind schwach.

Vendor-Konsolidierung löst vier Probleme gleichzeitig:

  • Kosten: Weniger Lieferanten bedeuten grössere Volumen pro Anbieter – mehr Verhandlungsspielraum für tiefere Preise und bessere Konditionen.
  • Verwaltung: Weniger Verträge, weniger Rechnungen, weniger Verlängerungsdaten, die überwacht werden müssen.
  • Sicherheit: Weniger Integrationen zwischen Tools reduzieren die Angriffsfläche.
  • Compliance: Eine kleinere Lieferantenliste ist einfacher zu auditieren und zu dokumentieren für NIS2 und DSGVO.

Wie geht man Vendor-Konsolidierung an?

Schritt 1: Kategorisieren Sie Ihre Softwarelandschaft. Gruppieren Sie alle Tools nach Funktion: Kommunikation, Projektmanagement, Sicherheit, Storage, HR etc. Welche Kategorien überschneiden sich am meisten?

Schritt 2: Analysieren Sie Nutzung und Zufriedenheit. Welche Tools werden wirklich genutzt? Welche sind bei den Endnutzern beliebt? Auf ein Tool zu konsolidieren, das niemand mag, ist kontraproduktiv – das führt zu Shadow IT.

Schritt 3: Wählen Sie bevorzugte Anbieter aus. Wählen Sie pro Kategorie ein oder zwei bevorzugte Lieferanten. Verhandeln Sie aktiv über Bündelpreise, wenn Sie mehrere Produkte vom selben Anbieter beziehen.

Schritt 4: Stufenweise Einführung. Konsolidieren Sie nicht alles auf einmal. Beginnen Sie mit den Kategorien mit der grössten Überschneidung und dem geringsten Widerstand. So schaffen Sie Schwung für die schwierigeren Übergänge.

Vendor-Konsolidierung und Lock-in

Das grösste Risiko bei der Konsolidierung ist Vendor-Lock-in: eine zu grosse Abhängigkeit von einem Anbieter macht Sie anfällig für Preiserhöhungen, Firmenübernahmen oder Serviceverschlechterungen. Sorgen Sie stets für eine Ausstiegsstrategie: Legen Sie vertraglich fest, wie der Datenexport funktioniert, wie die Übergangsphase aussieht und welche Kosten bei vorzeitiger Kündigung anfallen.

Häufig gestellte Fragen

Die meistgestellten Fragen zu diesem Thema.

Was ist Vendor-Konsolidierung?

Vendor-Konsolidierung ist das bewusste Reduzieren der Anzahl Softwarelieferanten. Anstelle von zehn Tools für ähnliche Funktionen arbeitet man mit ein oder zwei bevorzugten Anbietern. Das bringt Skalenvorteile, weniger Verwaltungsaufwand und bessere Verhandlungspositionen.

Wie viele Lieferanten sind optimal?

Das ist organisationsabhängig. Grundsätzlich gilt: Je weniger Lieferanten für dieselbe Funktion, desto besser. Starten Sie in den Kategorien mit der grössten Überschneidung – Kommunikation, Projektmanagement und Sicherheit sind klassische Kandidaten.

Welche Risiken birgt Vendor-Konsolidierung?

Das grösste Risiko ist Vendor-Lock-in: zu grosse Abhängigkeit von einem Anbieter. Sorgen Sie immer für eine Ausstiegsstrategie und regeln Sie vertraglich, wie Datenexport und Übergangsunterstützung gehandhabt werden.

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